Offener Malworkshop für Kinder
Kunsthaus Stade: Malen wie der Meister
Offener Mal-Workshops für Kinder mit Marie-Luise Martens-Fiß im Kunsthaus Stade
Sonntag, 1. August 2010, von 11:00 bis 12:30 Uhr
Wie hat der Künstler das gemacht? – Im Kunsthaus Stade stehen die jungen Besucher nicht nur staunend vor den Meisterwerken von Georges Braque, sie können auch eigene Kunstwerke schaffen. In den
Mal-Workshops von Marie-Luise Martens-Fiß erfahren Kinder durch Selbermachen, wie der große Künstler gearbeitet hat.
Am Anfang des Mal-Workshops für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren schaut sich die Kunstpädagogin mit ihrem Publikum die Lithographien von Braque ganz genau an. Besonders mit den Kleineren sei das
ein besonderes Erlebnis, denn "die stellen sich vor die Bilder und sehen Vieles, das Erwachsene nicht mehr wahrnehmen". Warum? – "Kinder haben einfach mehr Phantasie", erklärt Martens-Fiß.
Die vielen Ideen müsse sie dann nur noch ein wenig lenken.
Braque hat bei seiner Arbeit immer besonderen Wert auf die tastsinnliche Wahrnehmung seiner Motive gelegt. Oft hat der Künstler die Druckfarbe so dick aufgetragen, dass man sie ertasten kann.
"Die Bilder mussten immer zum Anfassen sein, Braque musste das Material spüren", sagt Martens-Fiß. Sollen die Kinder also die Bilder in der Ausstellung mit ihren Fingern abtasten? – Martens-Fiß:
"Nein! Da sind natürlich auch Glasscheiben davor." Aber man sieht, wie dick die Farbe aufgetragen ist. Und in einer weiteren Station können die Kinder an Modellen die Umrissformen Braque'scher
Bildmotive ertasten und wiederentdecken.
Im zweiten Teil des Workshops geht es in die Praxis. Im Gewölbe des Kunsthauses sollen die Teilnehmer dann mit einfachen Drucktechniken experimentieren und ihre eigenen fliegenden Wesen
entwickeln. Sie werden mit Farben auf unterschiedlichen Platten malen und davon Abzüge herstellen. Diese sogenannte Abklatschtechnik ist der Lithographie nachempfunden, der sich Braque so
vielfältig verschrieben hat.
"Das macht den Kindern sehr viel Spaß, weil der Zufall eine große Rolle spielt und die Ergebnisse immer eine Überraschung sind", weiß Martens-Fiß aus Erfahrung. Außerdem könne es dabei dazu
kommen, "dass wir auf den Tisch malen und davon abgeklatscht wird". Auch mit selbst entwickelten Stempeln wird die Gruppe arbeiten.
Neben der Drucktechnik und der Beschäftigung mit Farbe und Form werden die Kinder auch die Persönlichkeit Georges Braque kennenlernen.
Die Mal-Workshops für Kinder im Kunsthaus haben bereits Tradition. Die Idee, am Sonntagmorgen Kinder mit dem Denken, aber auch mit dem Handwerk des Künstlers vertraut zu machen, wurde zur August
Macke-Ausstellung geboren. Einige der jungen Teilnehmer waren so begeistert, dass sie das nächste Mal wieder dabei waren.
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