After-Work-Führung

Die nächste After-Work-Führung:

 

13. Figur und Grund – ein Grundsatzthema des Bildnerischen

Mittwoch, 1. September 2010, um 17:30 Uhr - mit Matthias Weber

 

Die Graphiken Georges Braques weisen ein merkwürdiges Phänomen auf: Bei den berühmten Vogelbildern sind die Gestalten mit dem Bildgrund geradezu "verzahnt". Der Künstler Matthias Weber findet dieses Phänomen in sämtlichen Werkgruppen Braques, etwa in den Zustandsdrucken oder der Pferdewagen-Serie – immer geht es um diesen grundsätzlichen Aspekt der Bildgestaltung: der Wechselbeziehung von Figur und Grund, von Bildgegenstand und Material.

 

Weber beeindruckt dabei die absolute Meisterschaft Georges Braques: "Seine Kompositionen von den Stillleben bis zu den Malerbuch-Illustrationen sind durchdrungen von meisterlicher Kenntnis und Anwendung dieser Wechselbeziehung." Wie und warum dieser eigentlich formale Aspekt auch zum Inhalt der Bilder des französischen Jahrhundertkünstlers wird, versucht Matthias Weber in seiner After-Work-Führung am 1. September zu klären.

 

Buchungen: Buchungs-Formular | t +49 (0) 4141 3222 | info@kunsthaus-stade.de

Die bisherigen After-Work-Führungen:

 

12. Braque und die Vögel

Mittwoch, 25. August 2010, um 17:30 Uhr - mit Sabine Allers
 
Vögel und ihr Flug spielen im Werk Georges Braques eine zentrale Rolle. Die Ausstellung im Kunsthaus Stade widmet diesem Sujet deshalb eine ganze Etage – und eine zweite Sonderveranstaltung mit Sabine Allers. Offensichtlich gehe es dem Kubisten keineswegs um eine naturalistische Darstellung, stellt die Kunstvermittlerin klar: "Es ist die Bewegung, die ihn fasziniert, die Vögel durchqueren den Raum mit Leichtigkeit. Braque hebt in diesen Bildern die Schwerkraft auf."  
 
An den Druckgraphiken Braques begeistert Sabine Allers die Farbe und die Stofflichkeit, insbesondere die Oberflächenstrukturen, die sehr ungewöhnlich für die Lithographie seien. Allers: "So habe ich Kunstdrucke noch nicht gesehen." 

11. Zustandsdrucke: spannender Einblick in den künstlerischen Schaffensprozess

Mittwoch, 18. August 2010, um 17:30 Uhr - mit Jutta de Vries

 

Ein ganz besonderes Merkmal der Georges-Braque-Ausstellung: Neben Spitzenwerken seines graphischen Oeuvres kann das Kunsthaus Stade auch sehr seltene Zustandsdrucke des großen französischen Künstlers zeigen, die nun erstmals in diesem Umfang im Norden Deutschlands öffentlich zu erleben sind. 

 

Für die Kulturpädagogin Jutta de Vries stellen diese Zustandsdrucke einen Glücksfall dar. Denn sie werfen Schlaglichter auf die Entstehung der Werke Braques. Der aufmerksame Betrachter kann die Geschichte eines Druckes anhand der einzelnen Bildphasen nacherleben.  
 
"Zunächst gibt der Zustandsdruck dem Drucker Hinweise, welche Änderungen noch nötig sind", erklärt de Vries. "Aber er ist auch ein spannendes Forschungsobjekt, das uns zum Beispiel zeigt, wie die Zusammenarbeit von Künstler und Drucker verlaufen ist." Für ihre
Führung verrät die Kulturpädagogin nur so viel: "Es geht um die Vielfalt des Ausdrucks und der Rezeption." Und es gelte: "Schlechtere oder bessere Zustandsdrucke gibt es nicht, sondern nur andere!" 

10. Wagen und Pferde bei Georges Braque

Mittwoch, 11. August 2010, um 17:30 Uhr - mit Matthias Weber

 

Der Gott auf dem Wagen – dieses antike Thema inspirierte den Modernisten Georges Braque über Jahrzehnte. Zahlreiche Druckgraphiken zeigen Athene, Phaeton und andere Gestalten der griechischen Mythologie stets als Einheit mit ihrem Pferdegespann. Dem antiken Sonnengott Helios widmete Braque gar eine ganze Folge von Farblithographien, bei der der Künstler das Motiv auf geradezu musikalische Weise bearbeitet und variiert.

 

Welche Rolle Pferd und Wagen in der Formensprache Braques spielen und wie es dem Künstler auf verblüffende Weise gelingt, aus einem scheinbaren Gewirr von Linien und wenigen Farbflächen lebendige Figuren entstehen zu lassen – darüber wird der Künstler Matthias Weber bei seiner Sonderführung am 11. August Auskunft geben.

9. Farbe und Form im graphischen Werk Braques

Mittwoch, 4. August 2010, um 17:30 Uhr - mit Marie-Luise Martens-Fiß

 

Gemeinsam mit Pablo Picasso hat Georges Braque die Form in der Kunst revolutioniert. Durch nie gekannte Abstraktion und Reduzierung auf das Wesentliche gelangten die Maler zu völlig neuen Bildsprachen. 

 

"Während  der frühen Phase seines Kubismus hat Braque Farben bewusst nur sehr zurückhaltend verwendet", erklärt die Kunstpädagogin Marie-Luise Martens-Fiß. In den Lithographien und Radierungen seines späteren Werks habe Braque hingegen zunehmend mit Farben experimentiert und sie dabei steten Veränderungen unterzogen. Martens-Fiß: "Diese Verwandlung von einem Zustand in einen anderen bildet einen Schwerpunkt der Kunst Georges Braques." 

8. Tauben und andere Luftwesen

Mittwoch, 28. Juli 2010, um 17:30 Uhr - mit Jutta de Vries

 

Vögel haben auf Georges Braque zeit seines Lebens die größte Faszination ausgeübt. Darstellungen ihrer Form, ihres Fluges, ihres Raums bilden auch in seinem druckgraphischen Oeuvre, das noch bis zum September im Kunsthaus Stade zu sehen ist, ein zentrales Motiv. Was fesselte den französischen Modernisten derart an diesem Thema? 

 

"Mit Tauben und ihren bedeutungsschweren Inhalten, wie etwa bei der berühmten Friedenstaube von Picasso, hat die Vogelwelt bei Braque gar nichts zu tun", stellt die Kulturpädagogin Jutta de Vries klar. Der Vogel sei bei ihm nicht Sinnbild oder Symbol, sondern "Träger einer bildnerischen Handlung". Er verwandelt sich buchstäblich unter den Künstlerhänden. De Vries spricht von einer "großen geheimnisvollen Metamorphose" und kündigt eine spannende Führung an. 

7. Die Lithographie bei Braque

Mittwoch, 21. Juli 2010, um 17:30 Uhr - mit Sabine Allers

 

Die Druckgraphik, insbesondere die Lithographie, ist eine Technik, die Georges Braque im Alter zunehmend faszinierte. Fast die Hälfte seines gesamten druckgraphischen Werks entstand in seinen letzten acht Schaffensjahren zwischen 1955 und 1963. "Braque fühlte sich nicht allein vom Mechanischen der Lithographie angezogen", erklärt die Kunstvermittlerin Sabine Allers.

 

Mehr noch habe ihn die Wiederholung fasziniert, etwa wenn er mehrere Druckvorgänge übereinander vollzog. Auf diese Weise entstanden zusammenhängende Folgen, wie die auch in Stade ausgestellte, bedeutende Vogel-Serie. 

 

"Braque hat regelrecht erforscht, wie eine einmal gefundene Form mit anderen Farben, auf anderem Papier, in einer anderen Komposition wirkt", sagt Sabine Allers. Dabei empfand der Künstler die permanenten Veränderungen als unerschöpflichen Quell der Inspiration. Georges Braque: "Ich habe niemals den Anfang vom Ende des Druckprozesses gesehen." 

6. Das Stilleben als Projektionsfläche inhaltlicher und formaler Anliegen

Mittwoch, 14. Juli 2010, um 17:30 Uhr - mit Matthias Weber

 

Warum malt der Pionier des Kubismus, Georges Braque, Stillleben? Aus welchem Grund widmet sich dieser bedeutende Maler der Moderne einem Sujet der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts? Variiert er das Thema?  
 
Diesen und anderen Fragen wird der Künstler Matthias Weber bei seiner Sonderführung am 14. Juli nachgehen. Braque beginne mit Figuren und gelange über diese Figuren auf natürliche Weise zu einem Stillleben, erklärt Weber. Dabei bearbeitet der französische Maler in diesen Stillleben nur sehr wenige Motive; und erneuert  dennoch dieses traditionsreiche Sujet. – Wie? Webers verblüffende Erkenntnis: Es sind nicht die Themen, über die Braque etwas Neues schaffe. "Es ist die reine Form." 

5. Metamorphosen – Neues Sehen bei Braque

Mittwoch, 7. Juli 2010, um 17:30 Uhr - mit Jutta de Vries

 

Anders als Pablo Picasso, seinem zeitweiligen künstlerischen Weggefährten, lehnte es George Braque strikt ab, sich in Metaphern auszudrücken. "In seinen Werken wird der  Bildgegenstand in seiner konsequenten Reduzierung auf das wesentliche Zeichen zur gestaltgebenden Idee des Künstlers", sagt die Kulturpädagogin Jutta de Vries. "Dadurch verwandelt er sich, erfährt also eine Metamorphose."  
 
Braque selbst spricht davon, dass er nicht erklären könne, was dabei in seinen Arbeiten passiert – das sei ein "poetisches Mysterium", das nicht hinterfragt werden solle. Jutta de Vries: "Diese Führung wird philosophisch." 

4. Die Reduzierung als künstlerische Strategie

Mittwoch, 30. Juni 2010, um 17:30 Uhr - mit Matthias Weber

 

Was lässt Georges Braque weg? – "Alles! Er lässt alles Überflüssige weg," staunt der Künstler Matthias Weber. Reduzierung sei die typische Eigenschaft von Braques druckgraphischem Werk. Das betreffe nicht allein die Mittel, sondern auch die Beschränkung auf einige wenige Sujets wie Vogelmotiv und Stilleben.

Zwar hätten viele Künstler diesen Weg beschritten. Aber Braque stößt tatsächlich zum Wesentlichen vor: zur reinen Form. Gleichzeitig erzeugt der französische Jahrhundertkünstler in der Wiederholung und Variation seiner Themen eine meditative Kraft. Wie stark deren Wirkung sich entfalten kann, wird Weber auf seiner Führung vor allem am Beispiel der Vogelserie zeigen.

3. Die Buchprojekte

Mittwoch, 23. Juni 2010, um 17:30 - mit Jutta de Vries

 

"Sehr spannend, sie erstaunen mich alle!" So urteilt die Kulturpädagogin Jutta de Vries über die Malerbücher von Georges Braque, denen das Kunsthaus Stade eine ganze Etage sowie eine Sonderführung widmet. Seine Illustrationen für die Kunstbücher spielen im Oeuvre Braques eine
wesentliche Rolle. In Zusammenarbeit mit befreundeten Dichtern hat der Künstler, der selbst literarisch gebildet war, hierbei Werkzyklen zu ganz unterschiedlichen Themen geschaffen.

"Jedes der Künstlerbücher ist besonders und völlig verschieden von den anderen", erklärt de Vries dazu, "sowohl technisch als auch inhaltlich." So beschäftigt sich das eine mit der griechischen Mythologie, ein anderes mit Liebesgedichten, ein weiteres mit Aphorismen. Für Jutta de Vries bilden die Malerbücher den Höhepunkt in einer "exzeptionellen Ausstellung, die man gesehen haben muss."

2. Braque und die Vögel

Mittwoch, 16. Juni 2010, um 17:30 Uhr - mit Sabine Allers

 

Vögel und ihr Flug spielen im Werk Georges Braques eine zentrale Rolle. Die Ausstellung im Kunsthaus Stade widmet diesem Sujet deshalb eine ganze Etage – und eine Sonderveranstaltung mit Sabine Allers. Offensichtlich gehe es dem Kubisten keineswegs um eine naturalistische Darstellung, stellt die Kunstvermittlerin klar: "Es ist die Bewegung, die ihn fasziniert, die Vögel durchqueren den Raum mit Leichtigkeit. Braque hebt in diesen Bildern die Schwerkraft auf."

 

An den Druckgraphiken Braques begeistert Sabine Allers die Farbe und die Stofflichkeit, insbesondere die Oberflächenstrukturen, die sehr ungewöhnlich für die Lithographie seien. Allers: "So habe ich Kunstdrucke noch nicht gesehen."

1. Form und Raum im graphischen Werk Braques

Mittwoch, 9. Juni 2010, um 17:30 Uhr - mit Jutta de Vries

Georges Braque hat die Entwicklung der Kunst des 20. Jahrhunderts entscheidend mitbestimmt. Gemeinsam mit Pablo Picasso schuf der Franzose den Kubismus und begründete damit die umfassendste Formerneuerung in der Malerei der Moderne.

 

Mit "Georges Braque – Die Druckgraphik" zeigt das Kunsthaus Stade erstmals im Norden Deutschlands 150 druckgraphische Arbeiten des Malers der Öffentlichkeit. Die ausgewählten Werke stammen ursprünglich aus einer Pariser Privatkollektion. Die Lithographien, Radierungen, illustrierten Malerbücher und Keramiken umspannen Braques künstlerisches Schaffen von 1921 bis zu seinem Tod 1963.


"Form und Raum im graphischen Werk Braques" nennt Jutta de Vries die erste Sonderveranstaltung zu dieser Ausstellung. Bei ihrer Führung wird die Kulturpädagogin ihrem Publikum Einblicke in die Bildersprache und das Denken des großen französischen Künstlers ermöglichen.